
Nicht-komedogenes Make-up: Was bedeutet das und was bringt es bei unreiner Haut?
Make-up soll den Teint ebenmäßiger wirken lassen, Rötungen kaschieren und dir genau das Finish geben, das du dir wünschst. Wenn deine Haut allerdings schnell zu Unreinheiten oder verstopften Poren neigt, kann die Suche nach der passenden Foundation, BB-Cream oder Gesichtscreme komplizierter werden. Vielleicht bist du dabei schon einmal auf den Begriff „nicht-komedogen“ gestoßen. Doch was bedeutet das eigentlich genau und woran erkennst du, ob ein Produkt wirklich zu deiner Haut passt? Wir schauen uns an, was hinter der Bezeichnung steckt, welche Make-up-Produkte sich für unreine Haut eignen können und warum auch bei beliebten Gesichtsölen ein genauer Blick auf die Formulierung lohnt.
Was bedeutet nicht-komedogen?
„Nicht-komedogen“ bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Produkt so formuliert wurde, dass es die Entstehung von Komedonen, also Mitessern, möglichst nicht begünstigt. Der Begriff leitet sich vom medizinischen Fachwort „Komedo“ ab. Dabei handelt es sich um einen verstopften Porenausgang, der sich als offener oder geschlossener Mitesser zeigen kann.
Gerade bei fettiger, Mischhaut oder unreiner Haut kann die Auswahl der richtigen Pflege und dekorativen Kosmetik deshalb eine wichtige Rolle spielen. Reichhaltige oder für die eigene Haut ungeeignete Formulierungen können bei manchen Menschen dazu beitragen, dass sich die Poren stärker verstopft anfühlen oder Unreinheiten auffälliger werden. Nicht-komedogene Produkte sollen dieses Risiko möglichst gering halten.
Wichtig ist allerdings: Nicht-komedogen bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt bei jeder Person garantiert keine Unreinheiten verursacht. Haut reagiert individuell auf Inhaltsstoffe, Texturen und die gesamte Formulierung. Außerdem gibt es keine weltweit einheitliche Definition oder einen einheitlichen Test, anhand dessen jedes Produkt mit der Bezeichnung „nicht-komedogen“ bewertet wird. Deshalb solltest du den Begriff als Orientierung verstehen und nicht als Garantie für einen dauerhaft reinen Teint.
Welches Make-up ist nicht-komedogen?
Wenn du Make-up für unreine Haut suchst, ist die Bezeichnung „nicht-komedogen“ zunächst ein guter Anhaltspunkt. Du kannst dabei sowohl bei Foundation als auch bei Concealer, Puder, BB Cream oder getönter Tagescreme fündig werden. Entscheidend ist nicht nur ein einzelner Inhaltsstoff, sondern die gesamte Zusammensetzung des Produkts.
Nicht-komedogene Foundation für einen ebenmäßigen Teint
Eine Foundation kann eine gute Wahl sein, wenn du deinen Teint ausgleichen möchtest, aber gleichzeitig das Gefühl von schweren oder stark reichhaltigen Texturen vermeiden willst. Besonders angenehm können leichtere, nicht fettende Formulierungen sein, die sich dünn auftragen und bei Bedarf aufbauen lassen.
Bei unreiner Haut musst du übrigens nicht grundsätzlich auf eine Foundation mit höherer Deckkraft verzichten. Viel wichtiger ist, wie sich das Produkt auf deiner Haut anfühlt und ob es sie unnötig belastet. Eine gut passende Foundation kann Rötungen und Unregelmäßigkeiten kaschieren, ohne dass du das gesamte Gesicht mit einer besonders dicken Schicht bedecken musst.
Concealer „nicht-komedogen“: Kleine Unreinheiten gezielt kaschieren
Ein Concealer wird häufig punktuell aufgetragen und eignet sich deshalb besonders gut, wenn du einzelne Rötungen oder Pickel abdecken möchtest. Ein nicht-komedogener Concealer kann dabei helfen, die Deckkraft genau dort einzusetzen, wo du sie benötigst.
Statt mehrere Schichten Foundation aufzutragen, kannst du zunächst eine dünne Schicht Foundation verwenden und anschließend einzelne Stellen mit Concealer bearbeiten. So bleibt das Make-up insgesamt leichter und wirkt häufig natürlicher.
Nicht-komedogenes Puder für das Finish
Puder kann überschüssigen Glanz reduzieren und dafür sorgen, dass dein Make-up länger hält. Auch ein nicht-komedogenes Puder kann bei zu Unreinheiten neigender Haut eine sinnvolle Ergänzung sein.
Dabei gilt: Mehr Puder ist nicht automatisch besser. Wenn du zu trockenen Hautpartien neigst, kann eine sehr großzügige Puderschicht diese zusätzlich betonen. Trage das Produkt deshalb gezielt dort auf, wo du es wirklich brauchst, beispielsweise im Bereich der Stirn, Nase oder des Kinns.
BB Cream „nicht-komedogen“: Leichte Alternative zur Foundation
Wenn dir eine klassische Foundation zu viel erscheint, kann eine BB Cream eine interessante Alternative sein. BB Creams verbinden je nach Produkt Eigenschaften von Pflege und Make-up und können den Teint leicht ausgleichen, ohne so stark zu decken wie eine klassische Foundation.
Auch bei einer BB Cream lohnt sich ein Blick auf die konkrete Formulierung. Eine getönte Tagescreme oder BB Cream ist nicht automatisch nicht-komedogen, nur weil sie leichter wirkt. Wenn deine Haut schnell zu Unreinheiten neigt, solltest du deshalb gezielt nach einer entsprechenden Kennzeichnung suchen und beobachten, wie deine Haut auf das Produkt reagiert.
Nicht-komedogene Gesichtspflege ist genauso wichtig
Nicht nur dein Make-up kann Einfluss darauf haben, wie sich deine Haut anfühlt. Auch die darunter aufgetragenen Pflegeprodukte spielen eine wichtige Rolle. Eine reichhaltige Creme unter einer Foundation kann beispielsweise dazu führen, dass sich das Make-up schwerer anfühlt oder schneller glänzt.
Eine nicht-komedogene Gesichtscreme kann insbesondere bei Mischhaut oder unreiner Haut interessant sein. Dabei solltest du jedoch nicht den Fehler machen, fettige oder zu Unreinheiten neigende Haut grundsätzlich möglichst stark auszutrocknen. Auch diese Hauttypen benötigen Feuchtigkeit.
Eine passende nicht-komedogene Gesichtspflege sollte deshalb zu deinem individuellen Hautzustand passen. Eine leichte Gel-Creme kann sich beispielsweise angenehmer anfühlen als eine sehr reichhaltige Creme. Bei trockener Haut mit gleichzeitiger Neigung zu Unreinheiten kann wiederum eine ausgewogen formulierte, etwas reichhaltigere Pflege sinnvoll sein.
Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Hauttyp, Hautzustand und Produktformulierung.
Welche Öle sind nicht-komedogen?
Auch bei Gesichtsölen taucht häufig die Frage auf, welche Öle nicht-komedogen sind. Im Internet findest du dazu zahlreiche Listen. Hier solltest du allerdings vorsichtig sein, denn die Einteilung in feste Komedogenitätsstufen ist deutlich weniger eindeutig, als viele Tabellen vermuten lassen.
Einige Öle werden häufig als eher leicht beziehungsweise weniger komedogen beschrieben. Dazu zählen beispielsweise Jojobaöl, Arganöl, Hanföl, Sonnenblumenöl oder Traubenkernöl. Auch Hagebuttenöl wird häufig in diesem Zusammenhang genannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Öle für jeden Hauttyp gleichermaßen geeignet sind.
Jojobaöl ist beispielsweise beliebt, weil seine Zusammensetzung sich von vielen klassischen Pflanzenölen unterscheidet und es sich auf der Haut vergleichsweise leicht anfühlen kann. Arganöl wird dagegen häufig in pflegenden Formulierungen für trockene oder beanspruchte Haut eingesetzt. Hanföl und Sonnenblumenöl finden sich ebenfalls in zahlreichen Pflegeprodukten.
Interessant sind außerdem weniger bekannte Öle wie Cacay-Öl, Kaktusfeigenkernöl oder Amla-Öl.
Andere Öle und Fette werden häufig als eher reichhaltig oder potenziell komedogen eingestuft. Dazu gehören beispielsweise Kokosöl und Kakaobutter. Auch Olivenöl, Mandelöl, Aprikosenkernöl oder Pfirsichkernöl werden in manchen Komedogenitätslisten anders bewertet als leichtere Öle.
Komedogene Öle: Warum pauschale Listen nur bedingt helfen
Vielleicht hast du bereits eine komedogene Öle Liste gesehen, in der jedem Öl eine bestimmte Zahl zugeordnet wird. Solche Tabellen können eine erste Orientierung bieten, sind aber mit Vorsicht zu betrachten. Die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen lassen sich nicht ohne Weiteres auf die tatsächliche Anwendung eines kosmetischen Produkts übertragen.
Ein Öl allein verhält sich außerdem anders als eine vollständige kosmetische Formulierung. Konzentration, Kombination mit anderen Inhaltsstoffen, Textur und Anwendung können beeinflussen, wie sich ein Produkt auf der Haut verhält. Selbst ein Inhaltsstoff, der häufig als problematisch eingestuft wird, muss deshalb nicht zwangsläufig zu Unreinheiten führen.
Umgekehrt kann auch ein Produkt mit vielen vermeintlich unproblematischen Inhaltsstoffen bei einer bestimmten Person Unreinheiten begünstigen. Deshalb ist es sinnvoller, die eigene Haut über einen längeren Zeitraum zu beobachten, anstatt einzelne Inhaltsstoffe grundsätzlich als „gut“ oder „schlecht“ einzustufen.
Nicht-komedogenes Make-up richtig anwenden
Auch das beste nicht-komedogene Make-up kann seine Vorteile nicht vollständig ausspielen, wenn die Haut darunter oder danach nicht richtig gereinigt wird. Gerade bei Make-up, das über viele Stunden getragen wird, solltest du deshalb auf eine gründliche, aber hautschonende Reinigung achten.
Entferne dein Make-up am Abend möglichst vollständig und passe die Reinigung an deinen Hauttyp an. Anschließend kannst du deine gewohnte Pflege auftragen. Wenn deine Haut zu Unreinheiten neigt, solltest du außerdem vermeiden, ständig neue Produkte gleichzeitig auszuprobieren. Sonst lässt sich nur schwer nachvollziehen, welches Produkt deine Haut gut verträgt und welches möglicherweise nicht.
Auch Make-up-Pinsel und Schwämmchen solltest du regelmäßig reinigen. Auf ihnen können sich Make-up-Reste, Hautschüppchen und Talg ansammeln. Werden die Utensilien über längere Zeit nicht gereinigt, bringst du diese bei jeder Anwendung erneut auf deine Haut.
Make-up bei unreiner Haut: Worauf solltest du noch achten?
Bei Make-up für unreine Haut geht es nicht darum, möglichst viele Produkte mit besonders vielen Wirkversprechen zu verwenden. Häufig ist eine möglichst unkomplizierte Routine sinnvoller. Eine leichte Pflege, ein gut verträgliches Make-up und eine konsequente Reinigung können eine bessere Grundlage bilden als zahlreiche übereinandergeschichtete Produkte.
Wenn du aktive Unreinheiten hast, solltest du außerdem möglichst sanft mit deiner Haut umgehen. Aggressives Reiben, häufiges Peelen oder das Ausdrücken von Pickeln kann die Haut zusätzlich reizen. Auch stark deckendes Make-up muss nicht grundsätzlich problematisch sein. Entscheidend ist vielmehr, dass du eine Formulierung findest, mit der sich deine Haut wohlfühlt.
Bei sehr unreiner oder entzündeter Haut kann es außerdem sinnvoll sein, kosmetische Fragen mit einer dermatologischen Beratung zu verbinden. Insbesondere wenn Pickel, Entzündungen oder verstopfte Poren über längere Zeit bestehen bleiben, solltest du nicht ausschließlich versuchen, das Hautbild mit Make-up zu kaschieren.
So findest du das passende nicht-komedogene Make-up
Wenn du auf der Suche nach nicht-komedogenem Make-up bist, kannst du dich zunächst an der entsprechenden Kennzeichnung orientieren. Anschließend lohnt sich ein Blick auf die Textur und das Finish:
- Möchtest du einen natürlichen, matten oder eher dewy Teint?
- Wie viel Deckkraft brauchst du tatsächlich?
- Und fühlt sich das Produkt nach einigen Stunden noch angenehm auf deiner Haut an?
Gerade wenn du bisher immer wieder auf neue Foundations gewechselt hast, kann es hilfreich sein, die Auswahl etwas systematischer anzugehen. Teste möglichst nicht mehrere neue Produkte gleichzeitig. So kannst du besser feststellen, wie deine Haut auf eine bestimmte Foundation, BB Cream oder Gesichtscreme reagiert.
Außerdem solltest du bedenken, dass sich die Bedürfnisse deiner Haut verändern können. Im Sommer kann eine leichtere Textur angenehmer sein, während du im Winter möglicherweise mehr Feuchtigkeit benötigst. Auch Stress, Hormone, Klima und andere Faktoren können das Hautbild beeinflussen.
Fazit: Nicht-komedogenes Make-up kann eine gute Wahl für unreine Haut sein
Nicht-komedogenes Make-up ist insbesondere dann interessant, wenn deine Haut zu Mitessern, verstopften Poren oder Unreinheiten neigt. Die Bezeichnung bedeutet, dass ein Produkt darauf ausgelegt ist, die Entstehung von Komedonen möglichst nicht zu fördern. Eine Garantie dafür, dass keine Unreinheiten entstehen, ist sie jedoch nicht.
Ob Foundation, Concealer, Puder, BB Cream oder getönte Tagescreme: Achte auf eine Formulierung, die zu deinem Hauttyp passt, und beobachte, wie deine Haut darauf reagiert. Dasselbe gilt für nicht-komedogene Gesichtspflege und Gesichtsöle. Statt einzelne Inhaltsstoffe pauschal als gut oder schlecht einzustufen, solltest du das Produkt immer als Ganzes betrachten.
So kannst du Schritt für Schritt eine Make-up- und Pflegeroutine finden, die deinen Teint schön ebenmäßig aussehen lässt und sich gleichzeitig angenehm auf deiner Haut anfühlt.














